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Milchmarkt-Update: Wohin geht die Reise? Newsletter vom 27 Juni 2025

Dairy Market Analysis from 27-6-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 27-6-25

Die Nachfrage bleibt verhalten, vor allem im Käsebereich steigt der Druck.
Spotmilchpreise und Milchfett sind stabil, Kasein bleibt auf der Verliererseite.

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Dairy Market Analysis from 27-6-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 27-6-25

Rückblick und Ausblick

  • In Deutschland hat sich die Milchanlieferung nach einem Rückgang leicht erholt (+0,2 % zur Vorwoche), liegt aber weiterhin -1,7 % unter Vorjahr.
  • In Frankreich liegt die Anlieferung leicht über Vorjahr (+0,3 %).
  • Der Käsemarkt ist aktuell ruhig. Die Nachfrage flacht zum Quartalsende ab, Lagerbestände steigen. Besonders betroffen: Mozzarella, aber auch Gouda und Cheddar tendieren schwächer.
  • Emmental bleibt stabil – begrenzte Produktionskapazitäten wirken preisstützend.

Schweiz: Risiko Währung & hausgemachter Druck

Die SNB hat den Referenzzinssatz auf 0 % gesenkt – der Franken hat daraufhin leicht aufgewertet.

Für Exporteure bedeutet das: Die kommenden Monate dürften von einem stärkeren CHF geprägt sein – eine Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit und letztlich auch für den Milchpreis in der Schweiz.

Hinzu kommt ein strukturelles Risiko im Inland:

Die grösste Milchgenossenschaft führt weiterhin einen strategielosen Verdrängungskampf gegen die grösste Molkerei.

Diese Konstellation – starker Franken, sinkende Exportmargen und interner Preisdruck – wird früher oder später zu grösseren Verwerfungen führen.

Wohin geht die Reise?

Gegen Ende Q2 ist die Milchproduktion nochmals leicht gestiegen – gleichzeitig blieb die Nachfrage schwach.

Für die kommenden Wochen erwarten wir:

  • sinkende Milchmengen,
  • gute Nachfrage nach Frischprodukten dank heissem Wetter),
  • weiteren Druck auf Schnittkäse – während Mozzarella und Cagliata tendenziell stabiler bleiben.

Ein entscheidender Faktor bleibt der Fettpreis: Sollte er wie erwartet steigen, dürften auch die Käsepreise leicht anziehen.

Gegenläufig wirken ein schwacher USD und die hohe US-Produktion, welche Druck auf europäische Preise ausüben.

Ausblick auf Q3 und Q4 2025

Q3 2025

  • Gouda: Preissteigerungen erst ab September
  • Mozzarella: Wer im August liefern will, sollte jetzt disponieren. Die US-Konkurrenz ist derzeit noch kein Thema für Europa. Erst gegen Ende Jahr dürfte der Druck aus DFA-Exporten spürbarer werden.
  • Cagliata: Absichern der Mengen für Q3, saisonbedingt bleibt die Nachfrage bis Ende September hoch und die Milchverfügbarkeit tief.
  • Milchfett: Anhaltend hohe Nachfrage bei sinkender Verfügbarkeit
  • SMP: Neutral – stabile Versorgung, leicht sinkende Preisdynamik
  • Molkenproteine: Volatile Seitwärtsbewegung - keine klare Tendenz

Q4 2025

  • Gouda: Wir erwarten leicht steigende Preise.
  • Mozzarella: Eher Seitwärtstrend.
  • Cagliata: Eher seitwärts Trends.
  • Milchfett: Anhaltend hohe Nachfrage bei sinkender Verfügbarkeit
  • SMP: Neutral – stabile Versorgung, leicht sinkende Preisdynamik
  • Molkenproteine Volatile Seitwärtsbewegung - keine klare Tendenz

Die geopolitischen Unsicherheiten bleiben – sie können die Märkte kurzfristig nach oben oder unten bewegen. In der aktuellen Lage ist es sinnvoll, nicht zu langfristig zu planen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der US-Dollar: Sollte er weiter schwächeln, würde das den Preisdruck auf europäische Exportprodukte verstärken.

Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26

  • Mondial du Fromage, Tours – 14.–16. September 2025
  • Anuga, Köln – 4.–8. Oktober 2025
  • World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
  • Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2026
  • Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
  • Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
  • Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
  • Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026

Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse mit RohmilchNicht nur ein Genuss – auch gut für die Nerven.

Herzliche Grüße, Affineur Walo

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