Milchmarkt-Update: Wieso steigt der Druck? Newsletter vom 11-Juli 2025
Die weltpolitische Lage belastet zunehmend auch die europäischen Märkte. Besonders die Überproduktion in den USA in Kombination mit einem schwachen Dollar erschwert den europäischen Molkereien den Export und erhöht den Preisdruck auf dem Weltmarkt.
Rückblick und Ausblick
- Deutschland: Milchanlieferung weiterhin unter Vorjahr, Rückstand -1,5 %.
- Frankreich: -0,8 % unter Vorjahresniveau.
- Flüssige Rohstoffe: Ruhige Märkte, geringe Nachfrage.
- Sahne: Leicht schwächere Tendenz.
- Magermilchkonzentrat: Fester gehandelt.
- Magermilchpulver: Kaum neue Abschlüsse, Preise stabil bis leicht schwächer.
- Vollmilchpulver: Nachfrage im Export und in der Schokoladenindustrie bleibt verhalten.
Fazit:In fast allen Produktbereichen sehen wir aktuell stabile bis leicht schwächere Preistendenzen. Die Kombination aus Ferienzeit, schwacher Exportnachfrage und Währungseinflüssen führt zu einer allgemeinen Marktberuhigung.
Käsemärkte unter Druck:
- USA: Überkapazitäten drücken Preise.
- Europa: Gute Milchverfügbarkeit, aber schwacher Export belastet.
- Spotmarkt: Unattraktiv – viele Hersteller sichern lieber frühzeitig Mengen für Q3 und Q4 ab, um keine Verluste auf dem Spotmarkt zu riskieren.
- Lagerbestände: Sehr unterschiedlich – manche Betriebe sind entspannt, andere unter Verkaufsdruck.
Schweiz:
Die anhaltende Frankenstärke sowie die schwache internationale Nachfrage erhöhen auch in der Schweiz den Druck – trotz des hohen Zollschutzes, der das Schlimmste abfedert.
Dieser Schutz hat jedoch eine Kehrseite: Es fehlt an Innovationen und an strategischen Anpassungen. Während der Binnenmarkt stabil bleibt, verliert die Schweizer Milchwirtschaft international an Wettbewerbsfähigkeit.
Wie so steigt der Druck?
Obwohl Angebot und Nachfrage in Europa annähernd ausgeglichen sind, bereiten die Exportmärkte Sorgen.
- Besonders die aggressive US-Konkurrenz verschärft die Situation.
- Osteuropäische Ware gelangt zunehmend in westliche Märkte.
- Erste Molkereien müssen bereits Preiskonzessionen machen, um Volumen absetzen zu können.
Ausblick auf Q3 und Q4 2025
Q3 2025
- Gouda: Preissteigerungen frühestens ab September.
- Mozzarella: Verfügbarkeiten für August sollten jetzt gesichert werden.
- Cagliata: Saisonbedingt stabile Nachfrage bis Ende September, aber tiefe Milchverfügbarkeit.
- Milchfett: Hohe Nachfrage trifft auf sinkende Verfügbarkeit.
- Magermilchpulver: Stabile Versorgung, leicht nachlassende Dynamik.
- Molkenproteine: Unklare Richtung, volatile Seitwärtsbewegung.
Q4 2025
- Gouda: Leicht steigende Preise wahrscheinlich.
- Mozzarella: Anhaltender Preisdruck durch US-Exporte.
- Cagliata: Preisdruck nimmt zu, Parallelen zu Mozzarella.
- Milchfett: Nachfrage bleibt robust, Export schwieriger.
- Magermilchpulver: Tendenz stabil bis leicht schwächer.
- Molkenproteine: Keine klare Tendenz, weitere Volatilität erwartet.
Die Unsicherheiten bleiben hoch - politische Entwicklungen, Währungsbewegungen und Exportkonkurrenz können Märkte schnell drehen. Wir empfehlen:
- Kurzfristige Dispositionen
- Absicherung von Schlüsselprodukten
- Vermeidung von zu langfristigen Bindungen in volatilen Segmenten
Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26
- Mondial du Fromage, Tours – 14.–16. September 2025
- Anuga, Köln – 4.–8. Oktober 2025
- World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
- Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2026
- Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
- Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
- Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
- Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.
Herzliche Grüße, Affineur Walo