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Milchmarkt-Update: Stabilisierung oder Beginn der Korrektur? Newsletter vom 25. August 2025

Dairy Market Analysis from 25-8-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 25-8-25

Uneinheitliche Preiseentwicklung, mit negativer Tendenz

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Dairy Market Analysis from 25-5-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 25-5-25

Rückblick und Ausblick

Milchaufkommen

  • Deutschland: Saisonaler Rückgang der Anlieferung hat sich zuletzt verlangsamt. KW 32: -0,1 % vs. Vorwoche, aber +2,2 % über Vorjahr.
  • Frankreich: Milchmenge liegt +3,9 % über Vorjahr.
  • EU-27: Im 1. Halbjahr 2025 mehr Käse (+1,2 %) und Magermilchpulver (+2,6 %) exportiert, während Butter (-3,4 %) und Vollmilchpulver (-22,9 %) zurückgingen.

Erzeugerpreise

  • Deutschland (Juni): 53,31 €/100 kg – höchster Stand seit Jahresbeginn, +16,8 % ggü. Vorjahr.
  • Bio-Milch: 65,12 €/100 kg (+15,8 % ggü. Vorjahr). Damit Bio-Aufschlag: +11,80 €/100 kg.

Produktion

  • Deutschland, 1. Halbjahr 2025:
    – Milch: -2,0 % ggü. VJ.
    – Käse: insgesamt -0,7 %. Rückgänge v. a. bei Schnittkäse (-4,1 %), Pasta Filata (-2,6 %), halbfestem Schnittkäse (-6,0 %). Zuwächse bei Frischkäse (+4,2 %), Sauermilch-/Koch-/Molkenkäse (+1,0 %).
    – Butter: +4,7 %.
    – Magermilchpulver: +4,9 %.
    – Buttermilchpulver: +3,9 %.
    – Vollmilchpulver: +1,7 %.
    – Molkenpulver: -8,8 %.
  • Niederlande, 1. Halbjahr 2025:
    – Milch: -1,2 %.
    – Käse: -1,6 %.
    – Butter: -10,8 %.
    – Vollmilchpulver: -11,9 %.
    – Magermilchpulver: -0,8 %.
  • Türkei, 1. Halbjahr 2025: Milchmenge +1,3 % ggü. VJ, aber Wachstumsdynamik deutlich schwächer.
  • Australien, Milchjahr 24/25: -0,5 % ggü. VJ (8,56 Mio. t). Juni: -5,2 % ggü. Vorjahr.

GDT-Ergebnisse (August, 2. Auktion)

Die zweite Global Dairy Trade Auktion im August zeigt weiterhin kein Signal einer Erholung des Milchmarkts nach den Sommerferien. Wie erwartet dominieren rote Zahlen.

  • AMF und Vollmilchpulver: leichte Zuwächse von max. +0.3%
  • Mozzarella: stärkster Rückgang mit -2.7% auf 4'447 $/t
  • Butter: vierter Rückgang in Folge, -1% auf 7'144 $/t – tiefster Stand seit Januar; Druck durch günstigere Offerten aus Neuseeland, während europäische Ware weiterhin über 8'000 $/t liegt
  • Magermilchpulver: -1.8% auf 2'756 $/t – setzt die schwankende Preisbewegung der letzten Monate fort

Schweiz

Die Schweiz ist hart von den 39 % Zöllen der USA getroffen. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 70 % des Marktes verloren gehen. Die beiden grössten Importeure sind Emmi und Migros Industries.

Für Emmi ist der Rückgang schmerzlich, aber nicht katastrophal, da die Importe nur ca. 15 % des Umsatzes in den USA ausmachen. Für Migros Industrie sieht die Lage deutlich ungemütlicher aus, da praktisch 100 % des Umsatzes vom Import abhängen. Damit stellt sich die Frage, wie lange Migros ihre Importorganisation aufrechterhalten wird.“

Für die bereits angeschlagene Schweizer Milchindustrie bedeuten die Zölle eine grosse Herausforderung, die nur zu bewältigen ist, wenn die Branche koordiniert vorgeht.

Stabilisierung oder Beginn der Korrektur?

Einerseits bleibt die Milchproduktion hoch, andererseits verschlechtern sich die Exportaussichten zunehmend. Neben den Zöllen der USA wirkt sich auch die Währungssituation negativ aus. Noch ist es zu früh für genaue Prognosen, aber es ist Vorsicht geboten.

Q3/Q4 2025 – Der Ausblick

Q3 2025 – Stabilisierung, aber fragil

  • Gouda: stabil mit negativer Tendenz
  • Mozzarella: Preisdruck bei anhaltend hoher Produktion
  • Cagliata: Saisonal stabil, aber wenig Spielraum
  • Fett: Solide Binnennachfrage, Exportproblem
  • SMP: EU stabil, Export schwach
  • Molkenproteine: anziehend
  • Bis Ende Q3 eher Seitwärtsbewegung, ohne größere Korrekturen, aber fragil – Käufer bleiben vorsichtig.

Q4 2025 – wachsende Risiken

  • Gouda: Preise könnten nachgeben
  • Mozzarella & Cagliata: Preisdruck nimmt zu
  • Fett: Nachfrage stabil, Export stagniert, Preise könnten gegen Ende Q4 sinken.
  • SMP: Nachfrage stabil mit negaiver Tendenz, Export stagniert
  • Molkenprodukte: Keine klare Richtung
  • Die Ruhe könnte im November/Dezember enden, Preiskorrekturen v. a. bei Butter und Mozzarella wahrscheinlich.

Q1 2026 – Korrekturphase wahrscheinlich

  • Milchvolumen steigt saisonal weiter, Angebotsdruck wächst bis zum Frühjahr.
  • Export schwach, starke Konkurrenz aus Neuseeland und den USA.
  • Butter und Mozzarella besonders anfällig für Preiskorrekturen.
  • Molkenproteine: Nach dem Nachfragehoch im Dezember/Januar meist schwächer – ‚die Luft ist raus.
  • Q1 2026 dürfte schwächer ausfallen als Q4, die Märkte könnten die Hochpreisphase 2025 hinter sich lassen und in eine Bereinigungsphase übergehen.

Empfehlung:

  • Kurzfristige Dispositionen bevorzugen – Risiken für Q4 und Q1 sind hoch
  • Schlüsselprodukte absichern – insbesondere Butter und Mozzarella
  • Volatile Segmente meiden – keine langfristigen Bindungen bei SMP und Cagliata

Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26

  • Mondial du Fromage, Tours – 14.–16. September 2025
  • Anuga, Köln – 4.–8. Oktober 2025
  • World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
  • Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2026
  • Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
  • Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
  • Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
  • Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026

Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.

Herzliche Grüße, Affineur Walo

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