Milchmarkt-Update: Stabilisierung? Newsletter vom 13. Oktober 2025
Anziehende Nachfrage auf tiefem Niveau.
Rückblick und Analyse
Die Milchproduktion in Europa liegt weiterhin klar über dem Vorjahr – besonders in Irland, Deutschland, Polen und Österreich. Der Inlandsverbrauch in Deutschland bleibt solide, während die Exportmärkte leicht anziehen, vor allem bei Käse und Molkenprodukten.
Der Preistrend zeigt insgesamt weiter nach unten, allerdings stabilisiert sich Butter. Käse bleibt unter Druck, während Pulverpreise uneinheitlich verlaufen.
- Deutschland: Milchanlieferung saisonal rückläufig, aber +4,2 % über Vorjahr.
Produktion: Butter +11 %, Käse +5 %, Frischprodukte +6 %. - Frankreich: Milchanlieferung +3,8 %, Produktion weitgehend stabil.
- Österreich: Milchaufkommen seit Juni expansiv, August +6,5 % ggü. Vorjahr.
- Irland: August +6,8 %, Januar–August +6,9 %, Fett 4,23 %, Eiweiß 3,72 %.
- Polen: Milchanlieferung +4,9 %, Butterproduktion +22 %.
- Vereinigtes Königreich: Milcherzeugung +5 %, Käse +2 %.
- USA: Milchmenge +3,2 %, Butter +10 %, Käse +2 %.
- Neuseeland: Saisonstart +1,8 % über Vorjahr.
GDT vom 9.10.25 GDT-Index: − 1,6 %
Der Rückgang bestätigt die anhaltend schwache globale Tendenz – getrieben durch ein höheres neuseeländisches Angebot und sinkende Nachfrage nach Vollmilch- und Butterfetten.
Schweiz
Die Milchproduktion bleibt hoch. Mit dem Ende der Raclette-Saison wird zunehmend auf Industriekäse umgestellt. Dadurch kommen mehr attraktive Angebote auf den Markt.
Stabilisierung?
Die tieferen Preise machen Europa im Export wieder konkurrenzfähig. Kurzfristig ist daher eine Seitwärtsbewegung wahrscheinlich. Wie nachhaltig diese ist, hängt stark von der Entwicklung auf den internationalen Märkten ab. Derzeit deutet vieles auf tiefere Preise ab Dezember hin.
Q4/2025: Tendenzen & Risiken
- Gouda: Seitwärts
- Mozzarella: Seitwärts
- Cagliata: Preisdruck
- Fett: Seitwärts
- SMP: negative Tendenz
- Molkenprodukte: negative Tendenz
Oktober/November dürfte auf tiefem Niveau seitwärts bis stabil verlaufen; ab November ist ein Jahresschlussverkauf wahrscheinlich.
Q1/2026: Korrekturphase wahrscheinlich
- Milchvolumen steigt saisonal; Angebotsdruck nimmt bis Frühjahr zu.
- Export hängt vom US und NZ Preisniveau ab.
- Butter und Mozzarella besonders anfällig für weitere Preiskorrekturen.
- Molkenproteine: nach Nachfragehoch Dez/Jan meist schwächer – „die Luft ist raus“.
Ausblick: Q1/2026 dürfte schwächer ausfallen als Q4. Wir rechnen mit einer längeren Bereinigungsphase bis Q3/2026.
Empfehlung
- Kurzfristige Monatliche Dispositionen bevorzugen, Risiken in Q4 und Q1 sind hoch.
- Langfristige Verträge nach Möglichkeit an Index binden.
Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26
- World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
- Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2025
- Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
- Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
- Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
- Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
- Marca, Bologna Januar 2025
- Mondial Tours September 2026
- Anuga, Köln 9 – 13 September 2013
Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.
Herzliche Grüsse, Affineur Walo