Milchmarkt-Update: Sommerflaute? Newsletter vom 25. Juli 2025
Exportprobleme und hohe Produktion belasten die Märkte.
Rückblick und Ausblick
- Deutschland ist der saisonale Rückgang der Milchmenge in KW 28 vorübergehend gestoppt – +1,0 % zur Vorwoche, aber noch –1,0 % zum Vorjahr.
- Frankreich lag die Anlieferung –1,2 % unter dem Vorjahr.
- Industrierahm: nach Rückgang in der Vorwoche wieder leicht fester.
- Magermilchkonzentrat: stabil auf niedrigem Niveau.
Der europäische Käsemarkt bleibt überschüssig, preissensibel und wenig dynamisch. Nur Emmentaler zeigt strukturelle Stärke. Alle anderen Kategorien sind entweder unter Druck (z. B. Cheddar) oder instabil (Mozzarella, Gouda). Der Export bleibt verhalten. Längerfristige Kaufinteressen nehmen zu, treffen aber noch auf zurückhaltende Verkäufer,
wie lange noch, ist offen.
Schweiz
Der Absatzrückgang bei den teureren AOP-Produkten macht sich zunehmend bemerkbar. So hat Le Gruyère Switzerland, die grösste Sortenorganisation mit einem jährlichen Produktionsvolumen von ca. 30'000 Tonnen, beschlossen, die Produktion zu reduzieren.
Sommerflaute?
Ein Rückgang der Nachfrage während der Sommerferien in Nordeuropa ist normal, kein Grund zur Panik. Dennoch mehren sich die Warnzeichen:
Einerseits bleibt die Milchproduktion hoch, andererseits verschlechtern sich die Exportaussichten zunehmend. Neben den Zöllen der USA wirkt sich auch die Währungssituation negativ aus. Die Überproduktion in den USA sowie politische Spannungen mit Mexiko verschärfen die Lage zusätzlich: Mexiko fördert aktiv die eigene Milchproduktion, um unabhängiger von US-Importen zu werden.
Das zeigt: Die US-Zölle werden massive Auswirkungen auf die Weltmärkte haben. Viele Handelspartner der USA streben eine stärkere Eigenversorgung an, das fördert die Produktion ausserhalb der USA, erschwert zugleich den US-Export und wird die Preise Weltweit unter Druck setzen. Diese strukturellen Verschiebungen brauchen Zeit, sind dann aber kaum mehr rückgängig zu machen. Das dürfte die US-Milchwirtschaft langfristig schwächen.
Q3/Q4 2025 – Der Ausblick
Q3 2025
- Gouda: stabil mit negativer Tendenz
- Mozzarella: Preisdruck bei anhaltend hoher Produktion
- Cagliata: Saisonal stabil, aber wenig Spielraum
- Fett: Solide Binnennachfrage, Exportproblem
- SMP: EU stabil, Export schwach
- Molkenproteine: Volatile Seitwärtsbewegung
Q4 2025
- Gouda: Preise könnten nachgeben
- Mozzarella & Cagliata: Preisdruck nimmt zu
- Fett: Nachfrage stabil, Export stagniert, Preise könnten gegen Ende Q4 sinken.
- SMP: Nachfrage stabil mit negaiver Tendenz, Export stagniert
- Molkenprodukte: Keine klare Richtung
Empfehlung:
- Kurzfristige Dispositionen bevorzugen
- Schlüsselprodukte absichern
- Keine langfristigen Bindungen in volatilen Segmenten
Q3 bleibt schwach, Q4 birgt mehr Risiken als Potenzial. 2026 beginnt unter fragilen Voraussetzungen,
Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26
- Mondial du Fromage, Tours – 14.–16. September 2025
- Anuga, Köln – 4.–8. Oktober 2025
- World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
- Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2026
- Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
- Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
- Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
- Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.
Herzliche Grüße, Affineur Walo