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Milchmarkt-Update: Fragil.? Newsletter vom 20. Oktober 2025

Dairy Market Analysis from 20-10-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 20-10-25

Der Absturz ist etwas gebremst

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Dairy Market Analysis from 20-10-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 20-10-25

Rückblick und Analyse

Letzte Woche haben wir von einer Verschnaufpause gesprochen, die Pause ist noch nicht Letzte Woche haben wir von einer Verschnaufpause gesprochen – sie ist noch nicht da, aber der Absturz verlangsamt sich.

Dafür gibt es zwei Gründe:

  1. Europa ist im internationalen Handel wieder konkurrenzfähiger.
  2. US-Butterimporte sind weniger attraktiv, weil
  • beide Märkte gleichzeitig fallen,
  • Transportzeiten von mehreren Wochen ein Risiko darstellen,
  • Engpässe in Europa nicht mehr bestehen.

Trotzdem bleibt die Milchmenge in fast allen EU-Ländern über Vorjahr, obwohl die Nachfrage stagniert. Die Auszahlungspreise liegen vielerorts über den Rohstofferlösen, was den Druck auf Molkereien erhöht.

Milchanlieferung (Aug. 2025).

  • Deutschland: 21,68 Mio. t (–1,4 % kumuliert, +2,1 % im August – höchster Wert seit 15 Jahren)
  • Frankreich: +4,0 % im August, +0,5 % kumuliert
  • Dänemark: +1,6 % im August
  • Schweiz: 2,28 Mio. t (+1,0 % / +22’102 t)

Nachfrage und Marktsituation

  • Rohmilchangebot: europaweit über der saisonalen Norm
  • Magermilchkonzentrat & Industrierahm: reichlich, schwache Preise
  • Weisses Sortiment: saisonal normal, keine Impulse
  • Schnittkäse: Preisdruck flacht ab, Lagerbestände „normal bis jung“
  • SMP: Exportmarkt belebt, günstiger Euro, früher Ramadan 2026
  • VMP: ruhig, Markt ausreichend versorgt
  • Molkenpulver: stabil, gute Futtermittelnachfrage.

Deutschland (Deutliche Negative Marge zwischen Milchpreisen und Rohstoffverwertung)

  • Milchpreis (konventionell): 53,51 ct/kg (= Jahreshöchststand, + 1 ct seit Februar).
  • ife-Rohstoffwert (Butter + SMP): 44,50 ct/kg → – 10 ct ggü. Dezember 2024.

Schweiz (Quelle: TSM Treuhand)

Gesamtentwicklung Jan–Aug 2025 ggü. 2024

  • Milchproduktion: +22’102 t (+1,0 %)
  • Butterproduktion: –900 t (–2,9 %)
  • SMP: –2’481 t (–13,3 %)
  • Käseproduktion: +24’664 t (+2,5 %)
  • Käseexport: +1’043 t (+2,2 %)

Die Marktordnung auf Basis von Butter und Pulver ist faktisch gescheitert.

Trotz Stützung der Pulverproduktion wird immer mehr Milch zu Käse verarbeitet, besonders zu Industriekäse, getrieben durch die grösste Genossenschaft.

Die Exporte wachsen zu langsam, die Lagerbestände steigen – vor allem bei Gruyère, Emmentaler, Raclette und Industriekäse.

Das führt zu Preisdruck, insbesondere im Industriebereich; Die Grösste Genossenschaft «Mooh» hat ab November den Milchpreise um fast 7% gesenkt.

Details nach Käsesegmenten

  • Hartkäse                Prod. 39’215 t +0.6 %       Export 20’363 t −3.6 %
  • Gruyère AOP         Prod. 21'350 t +5.7 %       Export 7’098          −11.6 %
  • Emmentaler AOP-  Prod. 8'751 +4.1 %           Export 4’987          −1.0 %
  • Andere Hartkäse    Prod.  3’755  +2.7 %

  • Halbhartkäse          Prod. 48’960 t / +3.7 %     Export 13'954 t +3.5 %)
  • Schweizer Raclette Prod. 11'121 −1.4 %         Export 2'505 −0.8 %
  • Appenzeller            Prod. 5'419 −3.6 %           Export 2'505 −0.8 %
  • Industrieware         Prod. 8’013   +27.9 %       Export 4'493 +20.6 %

  • Weich-/Frischkäse  Prod. 47'247 t / +9.9 %     Export 10’193 t  +18.3 %
  • Mozzarella             Prod. 17'695 +2.0             Export 701 +17.6 %
  • Quark,

übrige Frischkäse   Prod. 29'075 t +22.4 %     Export 9'276 +16.6 %

Fragil?

Europa stabilisiert sich – auf fragiler Basis.

Die tiefen Preise und die sinkende Attraktivität von US-Importen stützen kurzfristig den Markt, doch die Entlastung bleibt begrenzt.

Mit dem Nachlassen der Nachfrage ab Ende November dürfte der Markt erneut unter Druck geraten.

In den vergangenen Jahren stabilisierte sich der Markt meist im März, wenn die Milchsaison in Neuseeland endet. 2026 könnte der Lagerdruck jedoch zu hoch sein, um eine ähnliche Erholung zu ermöglichen.

Q4/2025: Tendenzen & Risiken

  • Gouda: Seitwärts
  • Mozzarella: Seitwärts
  • Cagliata: Preisdruck
  • Fett: Seitwärts
  • SMP: negative Tendenz
  • Molkenprodukte: Stabil

Oktober/November dürfte auf tiefem Niveau seitwärts mit negativer Tendenz, verlaufen; ab November ist ein Jahresschlussverkauf wahrscheinlich.

Q1/2026: Korrekturphase wahrscheinlich

  • Milchvolumen steigt saisonal; Angebotsdruck nimmt bis Frühjahr zu.
  • Export hängt vom US und NZ-Preisniveau ab.
  • Butter und Mozzarella besonders anfällig für weitere Preiskorrekturen.
  • Molkenproteine: nach Nachfragehoch Dez/Jan meist schwächer – „die Luft ist raus“.

Ausblick: Q1/2026 dürfte schwächer ausfallen als Q4. Wir rechnen mit einer längeren Bereinigungsphase bis Q3/2026.

Empfehlung

  • Kurzfristige Monatliche Dispositionen bevorzugen, Risiken in Q4 und Q1 sind hoch.
  • Langfristige Verträge nach Möglichkeit an Index binden.

Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26

  • World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
  • Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2025
  • Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
  • Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
  • Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
  • Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
  • Marca, Bologna Januar 2025
  • Mondial Tours September 2026
  • Anuga, Köln 9 – 13 September 2013

Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.

Herzliche Grüsse, Affineur Walo

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