Milchmarkt-Update: Bodenbildung? Newsletter vom 3 November 2025
Rückblick und Analyse
Es zeigen sich erste Anzeichen einer Bodenbildung – vorausgesetzt, der USD stabilisiert sich und die Milchproduktion in Europa und den USA steigt nicht weiter stark. In mehreren Regionen beginnen die Milchmengen bereits zu sinken. Die Lagerbestände sind bei den meisten Produkten, insbesondere beim Käse, sowohl bei Produzenten als auch bei Kunden sehr niedrig. Das bedeutet: Sobald sich die Preise erholen, dürfte die Nachfrage sprunghaft anziehen und mit ihr die Preise.
FrieslandCampina, die grösste Molkereigenossenschaft der Niederlande, hat allerdings ein deutliches Warnsignal gesetzt: Der Milchpreis wird für November um 7 €/100 kg gesenkt: von 53 € auf 46 €. Das ist die grösste monatliche Reduktion seit zehn Jahren und zeigt, dass man dort kurzfristig nicht an eine nachhaltige Preisstabilisierung glaubt.
Milchproduktion (aktuelle Trends)
- Deutschland: –0,1 % zur Vorwoche, +6,5 % zum Vorjahr
- Frankreich: +5,1 % gegenüber Vorjahr
- Polen: Sept. +5,3 %; Jan.–Sept. +3,0 % auf 10,49 Mio. t
- Australien: Sept. –0,5 % auf 0,833 Mio. t; erstes Quartal Milchjahr 25/26: –2,3 %
- Argentinien: Sept. +9,9 % zum Vorjahr; Jan.-Sept. 25: +11 % auf 8,56 Mio. t
Schweiz:
Die Milchproduktion bleibt hoch. Für Dezember wird der Rahmpreis ab Käserei reduziert.
Bodenbildung?
Mehrere Indikatoren sprechen für eine Bodenbildung, doch der drastische Schritt von Friesland Campina zeigt, dass es weiterhin Gegenkräfte gibt.
Besonders der schwankende USD und die Unsicherheit über die US-Milchmenge bleiben entscheidend.
Q4/2025: Tendenzen & Risiken
- Gouda: Seitwärts
- Mozzarella: Seitwärts
- Cagliata: eher Seitwärts
- Fett: leichter Aufwärtstrend
- SMP: leichter aufwärtstrend
- Molkenprodukte: Stabil
Der Jahresendverkauf ist praktisch abgeschlossen – Q4 dürfte insgesamt auf tiefem Niveau seitwärts verlaufen.
Q1/2026: stabile bis steigende Preise möglich
- Das Milchvolumen in NZ sinkt, die Lager in Europa sind leer.
- Export hängt vom USD und der Milchproduktion in USA ab.
Erste Anzeichen sprechen für stabile bis leicht steigende Preise im Q1/2026.
Empfehlung
Es gibt gute Argumente für eine vorsichtige Bodenbildung.
Wir empfehlen daher, in den kommenden Wochen einen Teil des Bedarfs für Q1–Q2 2026 abzusichern, jedoch gestaffelt vorzugehen.
Die Preissenkung von FrieslandCampina zeigt, dass nicht alle Marktteilnehmer an eine Erholung glauben – und der Markt wird letztlich von diesen Erwartungen gemacht.
Hinzu kommt, dass China wieder Soja aus den USA importiert, was auf steigende Kraftfutterpreise hindeutet. Das spricht mittelfristig für eine Stabilisierung der Milchpreise.
Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26
- World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
- Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2025
- Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
- Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
- Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
- Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
- Marca, Bologna Januar 2025
- Mondial Tours September 2026
- Anuga, Köln 9 – 13 September 2013
Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.
Herzliche Grüsse, Affineur Walo