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Milchmarkt-Update: Abkühlung.? Newsletter vom 27. Oktober 2025

Dairy Market Analysis from 27-10-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 27-10-27

Ruhe vor dem Sturm

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Dairy Market Analysis from 27-10-25; Milchmarkt Marktanalyse vom 27-10-27

Rückblick und Analyse

Nachdem wir bereits letzte Woche auf eine Beruhigung hingewiesen haben, scheint sich diese nun zu konkretisieren. Zwar überwiegen noch leichte Rückgänge, doch in einigen Segmenten sind wieder erste Preissteigerungen zu beobachten. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen, dass sich im November ein „Weihnachtsschlussverkauf“ anbahnt.

International bleibt der Druck hoch, insbesondere durch das anhaltend grosse Angebot aus Neuseeland und den USA. Dies dürfte sich früher oder später auch in Europa bemerkbar machen.

Cagliata hat sich bislang gut gehalten, nähert sich preislich nun aber den übrigen Käsen an.

Global Dairy Trade (GDT) – Auktion 21.10.2025

Die Stimmung am Weltmilchmarkt bleibt verhalten: Der GDT-Index fiel zum fünften Mal in Folge (–1,4 %). Nur AMF (Butteröl) konnte leicht zulegen. Das Überangebot drückt weiter auf Milchpulver- und Käsepreise, während Butter stabil bleibt. Von einer Trendwende kann noch keine Rede sein.

Milchaufkommen

  • Deutschland: Saisonaler Rückgang, aber weiterhin +6,2 % über Vorjahr
  • Frankreich: +4,5 % über Vorjahr
  • EU (August): +3,3 % gegenüber Vorjahr, mit Zuwächsen in fast allen Ländern
  • DE +2,1 %, NL +4,9 %, FR +4,0 %, PL +4,9 %
  • Niederlande: September +6,8 % über Vorjahr
  • Neuseeland: September +2,5 %, Milchjahr bisher +2,8 %

2. Nachfragesituation

  • EU-Exporte von Käse und Magermilchpulver leicht steigend, Butter und Vollmilchpulver rückläufig.
  • EU-Importe stark gewachsen, v. a. bei Butter und Käse.

Schweiz: Käseexporte – September 2025 (Quelle: TSM Treuhand)

Gesamtexporte:                        Sept. 11’515 (+11.4 %)     Jan–Sep: 55’907 t (+3,3 %)

In der Schweiz wird weiterhin viel Milch produziert. Der Export der traditionellen Käsesorten bleibt rückläufig. Einzig die Ausfuhren von fettarmen < 45% Fit. Frisch-, Halbhart- und Hartkäsen legen deutlich zu. Sie kompensieren teilweise die Verluste bei Gruyère, Emmentaler und Raclette. Die USA zeigen nach dem Zollschock im August eine Erholung, bleiben im Jahresverlauf jedoch klar rückläufig.

Nachdem die grösste Genossenschaft die Milchpreise ab November um rund 7 % gesenkt hat, ist auch bei den Preisen der traditionellen Käse mit Anpassungen nach unten zu rechnen. Ob dies zu einem Exportwachstum führt, hängt wesentlich von der Preisentwicklung in der EU ab.

1) Exporte nach Ländern

  • Deutschland:                  Sep. 3’445 (+5 %)            Jan–Sep 26’547 (+3 %)
  • Frankreich:                     Sep. 605 t (+2 %)             Jan–Sep 4’035 t (+4 %)
  • Italien:                             Sep. 1’289 t (+24 %)        Jan–Sep 10’508 t (+18 %)
  • USA:                                Sep. 954 t (+36 %)          Jan–Sep 5’283 t (−17 %)

2) Exporte nach Sorten

Frischkäse

  • Gesamt:                          Sep. 1’321.5 t (+21 %)      Jan–Sep 11’515.3 t (+18.6 %)
  • Hüttenkäse:                    Sep. 1’215.7 t (+22.7 %)   Jan–Sep 10’491.4 t (+17.3 %)

Halbhartkäse

  • Gesamt:                          Sep. 2’179.9 t (+7.7 %)     Jan–Sep 16’133.5 t (+4.0 %)
  • Appenzeller AOP:          Sep. 369.6 t (+2.8 %)        Jan–Sep 2’874.6 t (−0.4 %)
  • Raclette:                         Sept. 348.9 t (−22.2 %)     Jan–Sep 943.9 t (−22.0 %)
  • < 45 % FiT:                      Sep. 495.8 t (+77.7 %)      Jan–Sep 4’988.9 t (+24.6 %)

Hartkäse

  • Gesamt:                          Sep. 2’877.7 t (+0.9 %)     Jan–Sep 23’241.2 t (−3.1 %)
  • Gruyère AOP:                 Sep. 1’247.4 t (+18.4 %)   Jan–Sep 8’345.0 t (−8.2 %)
  • Emmentaler AOP:          Sep. 719.8 t (−13.7 %)      Jan–Sep 5’706.3 t (−2.8 %)
  • < 45 % FiT:                      Sep. 529.1 t (−4.7 %)        Jan–Sep 5’082.6 t (+10.2 %)

Abkühlung.?

Die Situation in Europa hat sich merklich beruhigt – wie lange, bleibt offen. Global stehen die Zeichen weiterhin auf hohe Produktion und tiefe Preise. Niemand weiss, wie rasch der Preisverfall im nächsten Jahr weitergeht, aber alle wissen, dass in dieser Lage die Lager bis Weihnachten leer sein müssen. Das könnte im November und Dezember noch zu einer heftigen Rally führen.

Q4/2025: Tendenzen & Risiken

  • Gouda: Seitwärts
  • Mozzarella: Seitwärts
  • Cagliata: Preisdruck
  • Fett: Seitwärts
  • SMP: negative Tendenz
  • Molkenprodukte: Stabil

Oktober/November dürfte auf tiefem Niveau seitwärts mit negativer Tendenz, verlaufen; ab November ist ein Jahresschlussverkauf wahrscheinlich.

Q1/2026: Korrekturphase wahrscheinlich

  • Milchvolumen steigt saisonal; Angebotsdruck nimmt bis Frühjahr zu.
  • Export hängt vom US und NZ-Preisniveau ab.
  • Butter und Mozzarella besonders anfällig für weitere Preiskorrekturen.
  • Molkenproteine: nach Nachfragehoch Dez/Jan meist schwächer – „die Luft ist raus“.

Ausblick: Q1/2026 dürfte schwächer ausfallen als Q4. Wir rechnen mit einer längeren Bereinigungsphase bis Q3/2026.

Empfehlung

  • Kurzfristige Monatliche Dispositionen bevorzugen, Risiken in Q4 und Q1 sind hoch.
  • Langfristige Verträge nach Möglichkeit an Index binden.

Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2025/26

  • World Cheese Awards, Bern – 13.–15. November 2025
  • Winter Fancy Food, San Diego – 11.–13. Januar 2025
  • Marca, Bologna – 15.–16. Januar 2026
  • Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
  • Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
  • Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
  • Marca, Bologna Januar 2025
  • Mondial Tours September 2026
  • Anuga, Köln 9 – 13 September 2013

Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.

Herzliche Grüsse, Affineur Walo

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